Zieht jeder Kompost Ratten an?
Kompost ist nicht automatisch ein Rattennest. Problematisch wird die Kombination aus zugänglicher Nahrung und einem wenig gestörten Unterschlupf. Deshalb kann auch ein Haufen mit Gartenabfällen besiedelt werden, wenn die Tiere ihr Futter anderswo finden. Nur das Material oben auszutauschen, behebt dann den Zugang und das Versteck nicht.
Das Berliner Gesundheitsamt Friedrichshain-Kreuzberg empfiehlt geschlossene Behälter mit einem engmaschigen Metallgitter am Boden. Zur laufenden Pflege gehört außerdem, den Haufen umzusetzen. Der Bodenseekreis nennt dafür mindestens zwei Termine im Jahr; Berlin empfiehlt Frühjahr und Herbst. Das ist Vorbeugung und Kompostpflege, keine Zusage, dass ein aktiver Befall durch einmaliges Umschichten verschwindet.
Bei frischen Spuren zuerst das weitere Vorgehen klären. Ein Nest blind mit der Grabegabel zu bearbeiten, ist keine kontrollierte Bekämpfung. Fotos von Fundstellen und Umgebung geben der Beratung mehr als die bloße Vermutung „Da ist etwas drin“.
Welche Küchenreste gehören nicht auf den Haufen?
Fleisch, Fisch, Wurst, Käse und gekochte Speisereste gehören nach den Hinweisen des Umweltbundesamts nicht auf den heimischen Kompost. Die Berliner Rattenprävention schließt ausdrücklich auch Brot, Brötchen und Nudeln aus. Geben Sie solche Reste in einen verschlossenen Abfallbehälter; ob sie vor Ort in die Biotonne dürfen, sagt der kommunale Entsorger. Die Toilette ist kein Entsorgungsweg.
Rohe Obst- und Gemüsereste sind grundsätzlich kompostierbar. Dazu zählen auch rohe Kartoffelschalen; daraus folgt jedoch nicht, dass offen liegende Küchenabfälle Ratten fernhalten. Der Bodenseekreis empfiehlt, geeignetes Material zu verteilen und mit Gartenabfällen oder Erde abzudecken. Bei einem laufenden Befall bleibt entscheidend, dass die Tiere keinen Zugang bekommen.
Auch zerkleinerte Eierschalen führt die Müllfibel des Bodenseekreises als kompostierbar auf. Ein pauschales Verbot jedes Eis oder jeder Schale greift deshalb zu kurz. Gekochte Speisereste fallen unter die andere Empfehlung. Prüfen Sie den gesamten Futterplatz, statt einen einzelnen Bestandteil zum Auslöser zu erklären.
Den Komposter rattensicher machen
Beginnen Sie am Boden. Dort können Tiere unter einen ansonsten geschlossenen Behälter gelangen. Das Umweltbundesamt empfiehlt ein Drahtgitter gegen eindringende Nager; der Boden soll dennoch Wasser durchlassen und Kontakt zum Erdreich behalten. Eine rundum dichte Wanne wäre für die Kompostierung ein anderes System.
Danach folgen Seitenwände, Entnahmeklappe und Deckel. Ein Bodengitter nützt wenig, wenn seitlich ein Nageschaden offen bleibt. Hamburg weist darauf hin, dass Ratten einfache Kunststoffkomposter durchnagen können. Beim Kauf zählt daher die gesamte Konstruktion: Wie schließen Gitter und Wand aneinander an? Bleibt unter der Entnahmeklappe eine Öffnung? Lässt sich der Deckel zuverlässig schließen?
Ein universelles Millimetermaß für jeden Komposter nennen die hier ausgewerteten Behördenhinweise nicht. Entscheidend sind ein stabiles, engmaschiges Metallgitter und durchgehend gesicherte Übergänge. Lassen Sie sich die Eignung des Bodengitters für den konkreten Behälter bestätigen. Die notwendige Belüftung muss erhalten bleiben; besonders geschlossene Komposter brauchen ausreichend Luft. Bei einem bereits besetzten Behälter gehört die Nachrüstung mit der Bekämpfung abgestimmt.